Die erste Woche
- Vee
- 10. März 2020
- 3 Min. Lesezeit
Wenn ich an die erste Woche bzw. an die ersten Tage zurückdenke, sind die Tage wie verschwommen.. Ich war nicht ich selbst, habe nicht mit Leuten gesprochen und war einfach durcheinander. Am dritten Tag hatte ich einen sehr guten Nap von 1,5 Stunden und danach konnte ich mich der Außenwelt öffnen. Es war sehr sehr hart. Anstrengend physisch und psychisch, vor allem psychisch. Da ich montags ohne Schlaf direkt in die Klasse gesteckt wurde, hatte ich keine Zeit, um mich zu regenerieren. Den Jetlag darf man natürlich auch nicht vergessen, ich muss aufstehen, wenn es in Deutschland 12 Uhr nachts ist, um dann 13 Stunden auf den Beinen zu sein. Außerdem war ich noch nie in Asien oder ähnlichen Ländern, nur in Europa, das heißt ich bin den ersten Eindrücken so verfallen – Kulturschock on its finest. Der Traffic, die Lautstärke, der Müll, der Geruch, das Essen, die Duschen, die Toiletten, Bettler, zu Selfies gezwungen werden.. und und und

Hier nochmal der aktuelle Plan des Monats.
Pranajama ist der Atem, sehr wichtig im Yoga, die Stunde ist aber nicht an Asanas gekoppelt.
Die zweite Stunde ist Hatha Yoga, anstrengend auf eine gewisse Weise: die Asanas sehr lange halten. Und das ist auch jene Klasse, in der man in den Basics abkackt. Aber ernsthaft, halt’ mal deine Arme ne gefühlte halbe Stunde nach oben und sitz dabei super gerade da.. Wir werden das in meiner Klasse mal ausprobieren, verspech ich euch 😜
Philosophie war anfangs sehr confusing und ganz anders als ich es kenne (ich studiere Philosophie in Mainz). Aber es ist logisch!
Vinyasa Flow ist nichts besonderes-unterscheidet sich nicht oder sticht besonders hervor.
Yoga Therapy und Ayurvedic! Das Interessanteste überhaupt! Dazu mache ich einen separaten Post.
Anatomy-sehr trocken, aber muss. Aber es hilft beim Alignment ungemein, wenn man versteht, was im Körper während der Asanas vor sich geht.
Ashtanga Vinyasa und adjustment alignment- on fire! Sehr streng, diszipliniert-so wie ich es mag!
Zum heutigen Thema: Meditation. Das wird jetzt ein sehr privates Thema, aber ich teile es, weil es sehr wichtig ist. In Deutschland konnte ich nie Zugang zur Meditation gewinnen. Weder in geführter Mediation, noch alleine. Ich hab’ mich irgendwie dagegen gesträubt, innerlich. Ich mag es nicht, auf einem Fleck ruhig zu sitzen. Hier habe ich eine ganze neue und schöne Erfahrung gemacht: bewegte Meditationen, z.T. auch mit Musik. Dancing Meditation, Gibberish Meditation (Nonsens reden) oder Eye Gazing Mediation (man sitzt sich gegenüber und blickt sich für sehr lange Zeit in die Augen).
Mit letzterem möchte ich diesen Post auch vertiefen und beenden. Meinen Partner kenne ich schon ein bisschen besser, deswegen hatte ich kein Unwohlsein zu irgendeinem Zeitpunkt. Während der Mediation lachten wir sehr viel, aber irgendwann ist es bei mir umgeschwungen und mir stiegen Tränen in die Augen. Ich weiß bis jetzt nicht warum, denn mein Gedanke war ein schöner: Ich konnte in diesem Augenblick seine Energie spüren und dachte daran, wie viele wundervolle Individuen existieren und dass die gesamte Yogagruppe hier in Indien wegen eines speziellen Grundes hier ist. Alles hat einen Grund. Die Tränen verschwanden und Lachen dominierte wieder. Zum Abschluss der Mediation haben wir uns zu chilliger Musik ausgetanzt, ganz frei, mit geschlossenen Augen, jeder für sich. Und das war der Knackpunkt. Ich habe meine Arme um mich selbst geschlungen, mich selbst umarmt und gefühlt, dass ich auch ein Individuum bin und zwar ein Gutes! Ich hatte.. ja sagen wir keine schöne Kindheit. Und da kamen einfach Situationen und Gedanken von mir als Kind auf, in denen ich alles andere als wertgeschätzt wurde, was in mich überging. Normal denke ich nicht darüber nach, es ist vergangen. Aber ich tanzte in diesem Moment für mich, um zu verstehen, dass ich nicht “scheiße” bin. Denn das habe ich als Kind zu mir gesagt: “ich bin scheiße”. Nach dem Tanzen setzten wir uns hin, um die Stunde mit einem Mantra und der Besprechung zu beenden. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so heftig geweint habe. Es hat sich irgendwas gelöst und dadurch, dass die Tage so anstrengend sind, konnte ich mich nicht wie sonst unterbewusst dagegen wehren. Es war wirklich ein Zusammenbrechen.
Ich war mir sehr unsicher, ob ich das teilen soll, da es wie gesagt sehr privat ist, aber ich will appellieren!! Wenn du wie ich keinen Zugang zur Mediation hast, es gibt so viele andere Wege! Es ist nicht immer hilfreich im half-lotus mit geradem Rücken und geschlossenen Augen zu meditieren. Finde deinen Weg, jeder ist anders. Und ich will daran appellieren, dass du besonders & gut bist so wie du bist. Du bist wundervoll.
Namaste und happy Holi 🙏
Holi ist eines der größten Feiertage in Indien, in denen die verschiedenen Farben des Lebens gefeiert werden. Welche Farbe bist du?





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