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Essen.

  • Vee
  • 17. März 2020
  • 7 Min. Lesezeit

Bevor ich das heutige Thema starte, erzähle ich kurz über meine Yogapractice am gestrigen Morgen. Hatha Yoga ist von 6.40-8.20Uhr. Wir sollten 108 Hatha-Sonnengrüße machen. Eine große Aufgabe, wie ich finde.

108 ist eine bedeutsame und heilige Zahl. Splittet man sie ist 1 die Zahl für das Göttliche, 0 ist die Leere bzw. die Fülle und 8 steht für Unendlichkeit. In der indischen Astrologie gibt es 12 Tierkreiszeichen mit 8 Planeten – multipliziert ergibt es 108. Die Mala-Kette hat 108 Perlen, an denen man sich beim Mantra-Chanting orientieren kann (ähnlich dem Rosenkranz im Christentum). Wen man ein Mantra 108 mal chantet, ergibt das die hundertfache Kraft. Die Upanishaden bestehen aus 108 einzelnen Texten. Der Durchmesser der Sonne ist 108 mal soviel wie der Durchschnitt der Erde. Der Abstand von Sonne und Erde ist ca. 108 mal soviel, wie der Durchmesser der Sonne und so weiter und so weiter..

Ich bin ziemlich stolz darauf, dass ich als Einzige die 108 Sonnengrüße geschafft habe. Es erfordert ziemlich viel Ausdauer und Kraft, aber auch Konzentration, um die Abfolge der Sonnengrüße korrekt durchzuführen und um sich nicht zu verzählen! Mein Fazit: Es hat mich energetisiert und danach hatte ich keinen Hunger mehr. Sehr gute Sache, um mal wieder auf den Boden zu kommen. Vielleicht sollten wir das in einer unserer Klassen auch mal machen.. 😉

Und nun zum Hauptthema dieses Eintrages, stell dir selbst folgende Fragen:

Was bedeutet Essen für dich?

Wie ernährst du dich? Junkfood – Fertiggerichte, gesund, so wie’s kommt? Regional, saisonal? Vegetarisch, vegan, pescetarisch, frutarisch, flexitarisch…….

Was isst du nicht?

Wo kaufst du dein Essen?

Was kombinierst du?

Wie bereitest du was zu?

Wie oft isst du? Bzw. wann ist deine erste und letzte Mahlzeit?Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler?

Hörst du auf dein Hungergefühl? Wie viel isst du?

Fastest du?

In welcher Position isst du?

Nimm dir Zeit dafür und geh in dich, um das zu beantworten.

Hier in der Schule isst man auf dem Boden, generell wird das in den größten Teilen Indiens so gehandhabt. Grund: Es ist besser für die Verdauung. Dein Gehirn fährt runter und der Körper kann sich komplett auf den kommenden Prozess vorbereiten. Außerdem musst du dich, um etwas zu essen, vorbeugen und um zu schlucken wieder zurückbeugen. Das aktiviert die Bauchmuskulatur und somit auch den Verdauungstrakt. Und es soll mit den Händen gegessen werden, da das Gehirn durch das Greifen des Essens erkennen kann, was auf den Magen zukommt und den Körper darauf vorbereiten kann. Man isst dadurch auch langsamer und es schmeckt besser.

Was bedeutet Essen für dich?

Naturlich musst du essen, um zu leben. Essen ist Prana=Energie. Aber bist du dir deines Essens bewusst? Fängst du direkt an zu essen oder bist du dankbar für das, was du hast? Hier werden wir darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht selbstverständlich ist, satt zu werden. Wir sollen innerlich ein Mantra chanten vor dem Essen. Ich handhabe das mittlerweile aber so, dass ich mir mindestens 10 Sekunden Zeit nehme, dankbar bin und in meinen Körper reinfühle, wie hungrig bin ich, bin ich schwach/stark, geht es mir gut. Es tut ehrlich gesagt gut und bringt mehr Bewusstsein in diesen mittlerweile automatisierten Vorgang. Auch während des Essens sollte man Achtsamkeit walten lassen. Kauen-mindestens 32 mal (Anzahl der Zähne 😜). So erleichterst du deinem Magen die Arbeit.

Wie ernährst du dich?

Ziemlich großes Thema.. Kochst du frisch? Solltest du… Aber sicher kannst du auch mal Junkfood “”genießen””. Genieße alles, was du kannst, aber auf einem guten Weg!

Generell sind wir mittlerweile so weit von der Natur entfernt, das wird mir hier immer mehr bewusst. Nach Ayurveda sollte man das essen, was gerade wächst. Die Natur gibt dir vor, was wann für dich gut ist. Beispielsweise im Sommer leichtes Essen und wasser- und zitrushaltige Früchte und im Winter eher gutes und reichhaltiges Essen wie Kartoffeln oder Kohl. Die goldene Regel hier: Wenn du deine Kleidung wechselst, wechsel dein Essen.

Ähnlich verhält es sich mit der Regionalitat. Die Natur hält in deiner Gegend das für dich bereit, was gut für dich ist. Da fiel mir direkt Spargel ein. Aber ansonsten ist mir bewusst geworden, dass ich keine Ahnung habe, wann was wächst und ob es in unserer Region wächst. Geht es dir auch so? Durch die Importe sind keine Grenzen mehr gesetzt. Du kannst nahezu jedes Lebensmittel zu jederzeit überall bekommen. Denk mal drüber nach..

Bei den Varietäten vegetarisch, vegan, pescetarisch, frutarisch, flexitarisch usw. beschränke ich mich nun nur auf meine Erfahrungen. Seitdem ich hier bin (und einige Zeit davor) ernähre ich mich vegan. In Deutschland hat das super geklappt, du kannst sogar Burger oder Bolognese mit Linsen komplett vegan genießen und musst auf nichts verzichten. In Rishikesh gibt es nur ein einziges Restaurant, das Fleisch serviert. Der Ernährungsstil ist vegetarisch. Mit veganer Kost kennen sich die Einheimischen eher weniger aus, nur einige Cafés passen sich dem eher westlichen Stil an. Ich musste sehr oft in die Küche gehen, um nach veganem Chai zu fragen. Generell kam ich hier an meine Grenzen. Es wird ohne Zwiebeln und Knoblauch gekocht, aber dafür umso schärfer. Ich habe versucht, mich darauf vorzubereiten, aber das genügte nicht. Ich konnte nicht genügend Nährstoffe zu mir nehmen, die aber brauche, um den strikten Tagesplan zu überstehen. Mittags esse ich generell nicht, weil der Abstand von Frühstück zu Mittagessen zu kurz ist und ich kein Ashtanga Yoga praktizieren kann, wenn ich zwei Stunden vorher warm gegessen habe. Also: ausgiebiges Frühstück und armes Abendessen, weil es zu scharf ist, mit Yoghurt oder mit Koriander (hasse das Zeug-und es ist üüberaaall..). Ansonsten gibt es nur Daal, Kürbis, Reis und Chapati. Ich merke, wie mein Körper immer schwächer wird, was natürlich auch an der körperlichen und mentalen Anstrengung zu tun hat, aber gerade dann sollte man sich gut ernähren. Deswegen habe ich angefangen, mittags einen Riegel zu essen oder abends noch einen veganen Chai zu trinken, weil ich nicht satt geworden bin. Letzte Woche Freitag konnte ich meinen Augen nicht trauen: Es gab Pommes! Was eine Wohltat! Das ist es, du fängst an, dich über Selbstverständlichkeiten zu freuen! Am Sonntag waren wir mit unserem Philosophielehrer Pizza (!) essen und ich hab mir gedacht scheiß drauf, genieß es jetzt einfach (geht um den nicht veganen Käse)! Und es hat mir gut getan! Endlich mal wieder richtig satt zu sein und fettiges Essen zu essen.

Es ist schon eine Umstellung gewesen, vor allem, weil hier mehr Aufmerksamkeit auf meinen Körper gerichtet ist und ich so stark spüre, wie er mehr braucht als bisschen Reis und Daal. Ich bin mir sicher, dass ich in der Zeit auch schon ungewollt das ein oder andere Kilochen abgenommen habe. Ich denke darüber nach, dass ich Sonntags an meinem freien Tag vegetarisch esse werde.

Das bestätigt die goldene Regel: genieß das Leben, mit einer guten Art und Weise und höre auf deinen Körper – vegan hin oder her.

Was isst du nicht?

Jeder hat einen anderen Geschmack und das ist auch gut so. Wie gesagt, ich kann Koriander absolut nicht abhaben. Und man sollte sich nicht zwingen.

Was man nicht machen soll, ist vorgekochtes Essen warm zu machen, erst recht nicht in der Mikrowelle. Die Nährstoffe sind quasi nicht mehr existent und du befriedigst nur dein Hungergefühl. Ich hab das bisher so gemacht- weil es bequem war, es war in meiner Comfortzone. Darüber werde ich mal nachdenken..

Wo kaufst du dein Essen?

Ja, wo kauft man.. Im Supermarkt. Jeder von uns weiß, dass es nicht das Optimale ist, jeder macht es. Lasst uns die Märkte (die noch existent sind) unsicher machen und die Region unterstützen. Ist mit Sicherheit umweltfreundlicher und tut deinem Körper gut. Natürlich kann man nicht versprechen, dass keine Pestizide verwendet werden.

Was kombinierst du?

Ohje, Schock.

Milch und Kaffee ❌

Tee und Milch ❌

Milchshakes ❌

Früchte und Milch ❌

Fleisch und Milchprodukte ❌

Gemischte Früchte ❌ (einzeln ja, gemischt nein)

Nudeln und Milch ❌ RIP Carbonara

Ei und Milch ❌

Zwiebeln + Knoblauch mit Milch ❌

Butter und Honig ❌

Was aber gut geht:

Milch + Ingwer + Honig ✔️

Goldene Milch ✔️

Milch und Banane ✔️

Yoghurt und Früchte ✔️

Wie bereitest du was zu?

Natürlich frisch und mit Liebe! Mal abgesehen von der Mikrowelle solltest du Kokosnussmilch und Honig nicht erhitzen, da sonst Toxide freigesetzt werden.

Wie oft isst du? Bzw. wann ist deine erste und letzte Mahlzeit? Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettler?

Keine schlechte Regel. Es gibt der Lehre nach vier Typen:

Yogi: 1 Essen/Tag, =gesund

Bhogi: 2 Essen/Tag, =normal

Rogi: 3 Essen/Tag, =krank

Drohi: 4+ Essen/Tag, =kriminell

In der Theorie sieht das so aus. In der Schule gibt es 3 Essen/Tag und wir sind nicht krank.. Es kommt immer darauf an, wie du dich körperlich betätigst. Wir sind von morgens bis abends auf den Beinen und brauchen das. Aber wenn du nur zu Hause chillst und nichts machst, braucht dein Körper auch nicht 3 Mahlzeiten. Das Prinzip, mehrere kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen wird hier verachtet, der Magen wird dadurch gestresst, dadurch, dass er immer was zu tun hat.

Abends soll man so leicht und wenig wie möglich essen und vor Sonnenuntergang, da der Körper sicj danach runterfährt. Mit vollem Bauch wirst du nicht gut schlafen können.

Hörst du auf dein Hungergefühl? Wie viel isst du?

Isst du, wenn du hungrig bist, oder schaust du auf die Uhr und sagst ouh jetzt muss ich aber essen, ist Zeit..? Ersteres ist gesünder. Dein Körper sagt dir schon, wann er was braucht. Du musst es nur erkennen. In der heutigen Zeit hat man so viel zu tun, dass man nicht drauf achten kann, was die Signale des Körpers einem sagen wollen. Es gibt aber auch falschen Hunger wie Stresssituationen, soziales Essen (du hast keinen Hunger, isst aber trotzdem was im Restaurant, weil dein Freund isst), Snacks vor dem Workout, Essen aus Lust, nächtlicher Hunger und Hunger 2 Stunden nach deiner letzten Mahlzeit.

Die Faustregel beim Essen sollte sein:

1/3 Essen, 1/3 Wasser 1/3 Luft.

Wasser aber nur eine halbe Stunde vor oder nach dem Essen. Während des Essens sollte man nur zippen.

Fastest du?

Fasten ist gut für dein Immunsystem, reduziert Fett und produziert Ketonkörper, die den Stoffwechsel anregen. Das Gehirn ist aktiver, da keine zusätzliche Energie für die Verdauung gebraucht wird.

Es gibt unterschiedliche Prinzipien für das Fasten und wer mehr darüber wissen will, sollte weiterführende Literatur zu Rate ziehen. Der wichtigste Unterschied besteht zwischen trockenem und nicht trockenem fasten. Es kommt auf deinen Körper an, ob es besser ist, Suppen, Säfte und Früchte zu sich zu nehmen oder gar nichts. Ebenso gibt es das Prinzip des Intermediate Fasting, bei welchem du ab dem Abend bist zum nächsten Tag (12-16h) nichts zu dir nimmst. Im Optimalfall sollte man 6x/Monat fasten.

Schon mal über den Begriff breakfast nachgedacht? Break fasting.. Du fastest auf natürliche Art und Weise über Nacht.

Respekt an dich, wenn du diesen überlangen Text zu Ende gelesen hast 😉

Hab einen schönen Tag!

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